Milchpreis, die ....

Die Diskussion um den Milchpreis ist ja schon ein paar Jahrzehnte alt, siehe

Blogeintrag vom 28.07.2007


Ein wichtiges Milchpreis-Protestjahr war 2004, und hier steht wieder Aldi am Pranger.
Wunderschöne Fotos gibt es von Ralph Segert:

milchbauern vor aldi essen

Heute fordern Milchbauern einen Systemwechsel, nur gehen die Meinungen hier auseinander.
Einige Milchbauern wollen ein Mengenregulierungssytem beibehalten bis hin zum kartellähnlichen EBM (European Milk Board).

Führer dieser Bewegung ist Romuald Schaber, Vorstandsvorsitzender des Bundes deutscher Milchviehhalter.

Seit gut einem Jahrzehnt will er die Milchwirtschaft mit diesem System revolutionieren; um zum Ziel zu kommen, werden auch ruppige Mittel wie Molkereiblokaden und Milchlieferstreik als zweckdienlich angesehen.

Ob er so populär wird wie andere Revolutionsführer?

Foto: Milchrevolutionsführer Schaberromualdschaber


Vergleich: Che Guevara 0,5538,PB64-SUQ9MzI0NDcmbnI9OQ_3_3,00.html




Foto: Schaber und Mitstreiter 20060309_sg_milch1_neu


Vergleich: Che und Mitstreiter 0,5538,PB64-SUQ9MzI0NDcmbnI9MTI_3,00.html


Andere Bauern würden sich mit der Quotenregelung auch weiterhin zufrieden geben, nur müsste dann eine beinharte Auslegung her, damit jedes Bäuerlein fein brav nicht über die zugeteilte Menge liefern kann.

Quotenregelungen haben sich aber in vielen Bereichen als unbrauchbar erwiesen, eine Beibehaltung für viele Jahre würde allerdings einige große Milchbauern in den neuen Bundesländern schnell zu Millionären machen, da die zugeteilte Quote über Nacht an Wert enorm zulegen würde, der kleine Bauer in Bayern wird dann nicht mehr mithalten können und im Wachstum stagnieren.

Das Milchportal und viele jetzt schweigende Milchbauern halten daher von all diesen populistischen Quatsch nichts und befürworten ein Auslaufen der Mengenregulierungsversuche.

Das Milchportal muß auch nicht gewählt werden, im Gegensatz zu Politikern und Funktionären - diese dürfen aus diesem Grunde sich nicht immer für das Richtige entscheiden. Diese Gruppe geht einen Kompromiss zwischen der richtigen Entscheidung und der populistischen Entscheidung ein, um sich irgendwie durchzuwurschteln.

Das hat auch unser jetziger Bundestrainer versucht, neue Spieler wurden zu Hause gelassen und Jens Lehmann wurde trotz mäßiger Leistungen in den letzten Wochen und fehlender Praxis mit in die Alpenrepubliken genommen.
Nach dem Spiel gegen Kroatien fragt man sich, ob er vielleicht hätte mehr riskieren sollen.
Ach, Klinsmann!

Auch der Milchwirtschaft würde ein Jürgen Klinsmann in diesen Tagen gut tun - klare Worte ohne Rücksicht auf Mitglieder oder Wählerschichten - nicht wahr, Herr Seehofer?

Einen Power-Milch-Klinsmann, der alle motivieren kann, damit an einem Strang gezogen werden kann mit dem Ziel, die deutschen Milchbauern und Molkereien zu Milch-Europameistern zu machen.

Angsthasen-Funktionäre ade,
volle Kanne voraus für einen mutigen Systemwechsel in die (soziale) Marktwirtschaft!

Koepke_Klinsmann_Loew_beimDrehmuellermilch2